Autor: sinkothekar

  • Schließtage

    Wann sperrt die Oper zu? Dieser Tage kommt es – nicht zum erstenmal übrigens – zu einer bedenklichen Kollision von „Schließtagen“ im Programm der Wiener Bundestheater. So hatten gestern, Montag, gleichzeitig sowohl die Staatsoper als auch das Burgtheater keine Vorstellung. Für die Oper ist das, was an der „Burg“ bereits ärgerliches Gewohnheitsrecht geworden zu sein…

  • Oper in der Bar

    Ohne Rauch geht’s nicht Oper in der Wiener Fledermaus-Bar Die Diskussion, ob das nun etwas mit Oper zu tun hätte, oder doch eher dem kabarettistischen Genre zuzuordnen wäre, ist müßig: Dem Ensemble des Jugendstiltheaters ist unter der Führung von Olivier Tambosi in der intimen Fledermaus-Bar in der Wiener Innenstadt zum zweitenmal ein äußerst vergnüglicher Abend…

  • Mara Zampieri

    Der reine Wahnsinn Die Zampieri im Staatsopern-„Macbeth“ Im Moment scheint die Zeit der Mißfallenskundgebungen in der Oper ausgebrochen zu sein. Vor allem im Hinblick auf die Dirigenten, die von Teilen des Stammpublikums offenbar nach recht irrationale Kriterien beurteilt werden. Es traf jüngst den weltberühmten Christoph von Dohnányi, der die Phiharmoniker zu einer der saubersten Orchesterleistungen…

  • Eric Ericson

    Erbauliches Fest: Bachs „Hohe Messe“ im Konzerthaus Eric Ericson ist einer der berühmtesten Chorerzieher der Welt, ein Grandseigneur der kollektiven Vokalartistik. Allein die Tatsache, daß er als Gast nach Wien kommt, garantiert Begeisterung im Großen Konzerthaussaal – zumal, wenn sein Erscheinen mit einer der seltenen Aufführungen von Bachs H-Moll-Messe verknüpft ist. Ericsons Ensemble, der nach…

  • Dantons Tod

    Sehr gut, setzen! „Dantons Tod“ in der Volksoper gelang musterschülerhaft Eine Aufführung, gegen die sich wahrlich nichts vorbringen läßt, gut gearbeitet, gut gesungen, gut gespielt. Ein gutes Stück obendrein. Wiewohl im zwanzigsten Jahrhundert entstanden, gibt man Einems „Dantons Tod“ an der Volksoper jetzt so, daß er auch bei den Abonnenten dieses Hauses Freunde finden wird.…

  • Solti in London

    London im Solti-Fieber Der Achtzigjährige feierte – auch mit Verdi Das Programm für den großen alten Mann war staunenerregend und hätte wohl manchen jüngeren Kollegen überfordert. Eine Feier im Buckingham Palast, ein abendlicher Empfang beim Premierminister, eine ausgiebige Party der Schallplattenfirma, zwischendurch noch Proben und Aufführungen für den Jubiläums-„Othello“ in Covent Garden -London ist dieser…

  • Georg Solti

    Der Feldmarschall ist 80 Dem Dirigenten Sir Georg Solti zum Geburtstag Gefeiert wird selbstverständlich in London. Selbstverständlich? Ein ungarischer Künstler, lange Zeit geradezu aus Überzeugung „deutscher“ Dirigent, langjähriger Chef eines der ganz großen amerikanischen Orchester, Nachfolger Karajans als künstlerischer Leiter der Salzburger Osterfestspiele – Sir Georg Solti, sein Adelsprädikat vergißt man nicht von ungefähr selten,…

  • Brendels Beethoven

    Verschmitzter Gigant Alfred Brendels Beethoven-Zyklus begann Nicht zum ersten Mal reist Alfred Brendel mit dem Gesamtzyklus der Beethovensonaten um die Welt. Im Musikverein markierte der Künstler damit, man spürte es an der Atmosphäre im Saal, den ersten Höhepunkt der jungen Konzertsaison. Eine späte, drei frühe Sonaten hinterließen ein staunendes Publikum. Was wohl grundsätzlich zu erwarten…

  • Roman Haubenstock-Ramati

    Jetzt endlich haben wir „Amerika“ entdeckt Der „steirische herbst“ rehabilitiert Haubenstock-Ramatis Avantgarde-Gipfelwerk Nicht verzweifeln, auch darüber nicht, daß du nicht verzweifelst“ das Motto über Roman Haubenstock-Ramatis Kafka-Oper „Amerika“ erhielt in der Grazer Premiere anläßlich des „steirischen herbstes“ einen eigenwilligen Doppelsinn. Zuerst freilich: Die Aufführung geriet zum Triumph für sämtliche Ausführenden und zur Ehrenrettung des Komponisten…

  • Tzimon Barto

    Wahrhaft transzendent Tzimon Barto spielte beim Linzer Brucknerfest Liszt Transzendente Virtuosität“ verlangt Franz Liszt widmungsgemäß von den Interpreten seiner mächtigen Etüdensammlung. Transzendenz mit doppeltem Boden. Die Anforderungen, die der Komponist an die Klavierspieler seiner Zeit stellte, übertrafen alles, was bis dahin im Hinblick auf die vertrackte Kombination gleichzeitig niederzudrückender Klaviertasten gewagt worden war. Die Herausforderung,…

  • Startheater

    Tartuffe in der Oper Groß war das Wehklagen der Fangemeinde, als an dieser Stelle festgestellt wurde, Agnes Baltsa und Placido Domingo wären anläßlich der „Carmen“ zur Saison-Eröffnung vielleicht einmal nicht so besonders gut in Form gewesen. Agnes Baltsa und Placido Domingo, das sind nämlich Weltstars. Und Weltstars haben ihren Ruf nicht umsonst. Wer sie aufs…

  • Lohner in der Oper

    Helmut Lohner in „Ariadne“ an der Staatsoper In der ersten Woche der neuen Spielzeit präsentierte die Staatsoper eine als „Wiederaufnahme“ avisierte Aufführung von Strauss‘ „Ariadne auf Naxos“. Chancen für intensive Probenarbeit dürften sich also kaum geboten haben. Helmut Lohner wagte sich einen Tag vor seiner „Tartuffe“-Premiere in der Josefstadt erstmals als Haushofmeister auf die Bühne.…

  • Musical „Elisabeth“

    Was für ein Kaiserinnen-Schmarrn Wie das Wiener Musical „Elisabeth“ jede „Sissi“-Reprise im Fernsehen rechtfertigt Bisher galt Ernst Marischka, der Schöpfer der allseits beliebten „Sissi“-Filme, als kühner Geschichtsverfälscher und -verkitscher. Auch die Erfinder des „Elisabeth“-Musicals, das sich Peter Weck zum Ausklang seiner Ära geschenkt hat, sagten ihm das nach – und versicherten, bei ihnen würde endlich…

  • Härtlings Schubert

    Worte und Töne – fingerkuppennah Peter Härtling über seinen „Schubert“ und die Kunst, schriftstellernd die Musik zu lieben Schubert wandert durch viele meiner Romane durch. Für mich selbst sonderbar.“ Peter Härtling, Jahrgang 1933, hat dem Kind nun seinen Namen gegeben: „Schubert“ heißt sein jüngstes Buch, das zum Thema hat, worüber der in Hessen lebende Chemnitzer…

  • Kaplans Mahlerbuch

    Was wollte Gustav Mahler wirklich? Wie Gilbert Kaplan die Wahrheit ans Licht zu bringen versucht Gilbert Kaplan hat wieder zugeschlagen. Vielerorts belächelt, freilich auch viel bewundert, zog der schwerreiche New Yorker Börsenmakler vor Jahren durch die Lande, um in aller Welt Mahlers Zweite Symphonie zu dirigieren. Als Amateur im wahrsten Sinne des Wortes wollte er…