Neue Säle


Gläserner Saal für den Musikverein

Wilhelm Holzbauer hat den neuen „Vilar-Saal” und Foyers entworfen. Sie werden 2003 fertiggestellt.

Die Renovierungs- und Umbauarbeiten im traditionsreichen Wiener Musikverein schreiten voran. 77 Millionen Schilling (5,6 Mill. Euro) hat man bereits ausgegeben, wobei ein Behindertenlift eingebaut wurde, 14 Meter tiefe Aushubarbeiten vorgenommen wurden, auch um eine neue Zwischendecke einzuziehen. All das dient der Ausweitung des Konzertangebots der Gesellschaft der Musikfreunde und der Erstellung neuer Aufenthaltsräume für das Publikum. An solche war bei Errichtung des Gebäudes nicht gedacht worden: Zur Zeit von Brahms und Bruckner waren Pausen in Konzerten nicht üblich.

Die Gesamtkosten der Bauarbeiten, die 2003 abgeschlossen sein sollen, beziffert Musikvereins-Chef Thomas Angyan mit etwa 338 Millionen Schilling (24,6 Mill. Euro). Jeweils 75 Millionen S kommen von Bund und Stadt Wien, 80 Millionen S schießt der US-Mäzen Alberto Vilar zu, den Rest sollen private Sponsoren aufbringen, die die Möglichkeiten haben, „Bausteine” vom Denkmalamt zu erwerben, die steuerlich absetzbar sind.

Nach Vilar wird der neue Proben- und Konzertsaal benannt, der unter der Verkehrsfläche zwischen Musikverein und Künstlerhaus liegt und von Wilhelm Holzbauer zu einem neuen „goldenen” Saal gestaltet wird, wobei nicht Holz, sondern Glas wichtigstes Bauelement sein wird. Die zwecks Verwandlung der Akustik verschiebbaren Platten werden mit Gold gedämpft, sodaß der gläserne Saal farblich mit den bekannten Musikvereins-Sälen harmoniert.

Die neuen Orchestergarderoben sind bereits in Betrieb. Im Lauf der heurigen Spielzeit werden die Galeriestiegen demontiert und durch Provisorien ersetzt, um den Einbau von neuen Liftanlagen zu ermöglichen.